"Yoga ist eine Reise
von der Abhängigkeit in die Freiheit"Pantanjali Yoga Sutra II.25

Was ist Yoga?

Yoga ist heutzutage sehr bekannt. Es wird immer beliebter und das Angebot immer vielfältiger.
Was aber bedeutet Yoga eigentlich genau?

Yoga ist ein über 2000 Jahre altes philosophisches System aus Indien, das sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiterentwickelt hat und bis heute nichts an seiner Aktualität verloren hat. Es betrachtet den Menschen als Ganzheit, bestehend aus Körper, Geist und Seele. Gemäß der Yogatradition bedingen und beeinflussen sich diese drei Wesensglieder auf vielfältige Weise gegenseitig und befinden sich auch mit der Umwelt in ständiger Wechselwirkung. Das Wort Yoga hat viele Bedeutungen. Die wohl Wichtigste findet man im Wort selber – es heißt so viel wie „vereinen, sammeln, konzentrieren, vereint wirken lassen“. Die Energien von Körper, Geist und Seele sollen in völliger Harmonie mit einander und dem Kosmos gebracht werden.

Yoga hat daher immer etwas mit Verbinden zu tun: Ich verbinde Teile meines Seins, die im normalen Alltag oft nicht zusammen gehen. Zum Beispiel Atem mit Bewegung, Stabilität mit Leichtigkeit, Konzentration und Ausrichtung mit gleichzeitiger Entspannung, rationales Denken mit Emotionen. Ebenso kann ich mich gleichzeitig als persönliches Individuum und als Teil eines größeren Ganzen begreifen.

Damit hat Yoga auch immer mit Veränderung zu tun – mit Veränderung vom Ungleichgewicht zum Gleichgewicht, vom Leid zum Wohlbefinden, vom bloßen Reagieren zum bewussten Handeln und Erschaffen.

Yoga ist ein Weg der Selbstbegegnung, ein ganz persönlicher, individueller Erfahrungsweg.

 

Der klassische Übungsweg

Um diese Einheit von Körper, Geist und Seele zu erfahren, bietet Yoga einen Übungsweg an, der traditionell aus Körperhaltungen, Atem-, Entspannungs- und Konzentrationsübungen sowie einer eigenen Meditationspraxis besteht.

Im Mittelpunkt des Übens steht das Entwickeln einer inneren Haltung von Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung.

Zum einen führt der Übungsweg nach innen: Durch die achtsame Ausführung der Übungen und die Meditationspraxis ist es möglich, sich seiner selbst immer mehr bewusst zu werden und Zugang zu seinem inneren Wesenskern zu bekommen. Dies führt zu einem Zustand von Ruhe, Frieden und Gelassenheit.

Der Yogaweg endet aber nicht im Erfahren einer weltabgewandten inneren Ruhe, sondern befähigt zum anderen dazu, aus diesem Gefühl der Ruhe und Klarheit zu handeln und das Leben immer bewusster zu gestalten.

Das Erfahrungswissen zweier Traditionen

Mein Yogaverständnis basiert auf dem Erfahrungswissen zweier großer alter Schulen: Das Himalaya Institut ist der jahrtausenden alten Himalaya Tradition verbunden und setzt den Schwerpunkt auf Schulung und Ausrichtung des Geistes. Die Auseinandersetzung mit der Yoga-Philosophie und das Erlernen einer Meditationspraxis - eingebettet in unsere westliche Welt - steht im Vordergrund. Das Hauptanliegen dieser Schule ist die Förderung der eigenständigen Entwicklung jedes einzelnen Menschen.

Die Essenz von Yoga ist das Erlangen individueller Freiheit und so begleitet mich ein Zitat von Swami Rama schon sehr lange:

„Sei wie eine Biene, fliege von Blume zu Blume,
hole dir überall den besten Nektar
und mache deinen eigenen Honig“

(nach Swami Rama)
In der Praxis orientiere ich mich an einer alten Yogatradition, die unter dem Namen Viniyoga bekannt ist. Im Mittelpunkt steht hier die Einsicht, dass jeder Mensch individuelle Möglichkeiten sowie körperliche und gesundheitliche Voraussetzungen mitbringt und daher jede Yogaübung an den einzelnen Menschen anzupassen ist.

Viniyoga ist eng verbunden mit dem Namen Sri T. Krishnamacharya, der als Yogalehrer und Ayurveda-Arzt weit über die Grenzen Indiens Anerkennung fand. Er prägte nachhaltig das Verständnis vom Yoga des 20. Jahrhunderts:

„Es gibt so viele Asanas wie Menschen“
(nach Sri T. Krisnamacharya)